Es ist vollbracht!

Nach einer wundervollen Premiere im Kreativzentrum von Periplaneta ist „Sex, Drugs & Feenstaub“ jetzt erschienen und erhältlich!

Einen Riesendank noch einmal an die Folk-Band „The Sycamore Tree„, die an dem Abend nicht nur ein großartiges Konzert gab – sondern auch mit zwei Liedern auf der CD vertreten ist.

Erste Kostproben

Es wird ernst: Diesen Samstag kommt mein neues Buch „Sex, Drugs & Feenstaub“ zur Welt. Kurz vor dem Ende  der Frauenfußball-WM steht damit gleich das nächste Großereignis an! 😉

Zur Premiere geplant ist ein buntes Durcheinander aus Hörspiel, Lesung und Konzert. Mit dabei: die Berliner Folk Band „The Sycamore Tree“, die auch mit zwei Liedern auf der CD von „Sex, Drugs & Feenstaub“ vertreten ist.

Die Premiere beginnt um 20 Uhr im Periplaneta Kreativzentrum, Bornholmer Straße 81a (Prenzlauer Berg). Der Eintritt ist frei. Frühes Erscheinen sichert gute Plätze.

Für Neugierige gibt es hier einen Zusammenschnitt aus verschiedenen Geschichten des Buches:

André Ziegenmeyer feat. The Sycamore Tree: „Sex Drugs & Snippet“

Feenstaub voraus!

Mein neues Werk „Sex, Drugs & Feenstaub“ erscheint am Samstag, 16. Juli! Die Release-Party findet ab 20 Uhr in Berlin statt. Zu erleben gibt es eine Mischung aus Lesung, Live-Hörspiel und Konzert.

Mit dabei ist die zauberhafte Irish Folk Band The Sycamore Tree, die auch mit zwei Liedern auf „Sex, Drugs & Feenstaub“ vertreten sein wird.

Denn das neue Werk besteht nicht nur aus plattgewalzten und zurecht geschnittenen Bäumen – es umfasst auch eine CD. Damit ist „Sex, Drugs & Feenstaub“ nach „P.L.Ü.S.C.H.“ mein zweites Hörbuch. Und Hörspielmaschine „Hermann“ hat natürlich auch ihren Teil beigetragen.

Mehr Infos unter „Werke“ und unter „Termine“.

Vorbestellungen werden ab sofort entgegen genommen! 😉

Video „Pilomenus Schauderfinger“


André Ziegenmeyer liest aus seinem Buch „IGOR MORTIS“ im Periplaneta Kreativzentrum November 2009, Kamera und Schnitt: Marion Alexa Müller

Technophobia

André Ziegenmeyer liest „Technophobia“

Technophobia

Mein Computer hat ein Bewusstsein. Ich habe es schon lange vermutet – jetzt habe ich den Beweis. Er spricht. Mit mir. Und das ist erst der Anfang.
Begonnen hat alles heute Morgen.
Ich bin früh aufgestanden, um eine Hausarbeit zu schreiben. Das Thema dreht sich mal wieder um akademisches Erbsenzählen, aber ich brauche den verdammten Schein – und übermorgen ist Abgabetag.
Gegen zehn Uhr saß ich mit einem dicken Packen Bücher an meinem Schreibtisch. Vor mir ein Block für etwaige Notizen. Daneben säuberlich aufgereiht: Bleistift, Radiergummi, Textmarker in drei verschiedenen Farben – und kleine, gelbe Klebezettel.
Ich liebe kleine, gelbe Klebezettel. Sie geben jedem Zettelstoß ein Flair von System und Ordnung – sie wirken intellektuell. Ich behaupte sogar, dass sie einen Motor der menschlichen Evolution bilden. Auch Neandertaler hätten schon kleine, gelbe Klebezettel haben sollen. Wenn wir uns bereits damals Notizen wie „Faustkeil überarbeiten“ oder „Wolf domestizieren“ gemacht hätten, hätte es bestimmt nicht tausende von Jahren gedauert, bis wir aus den kalten, zugigen Höhlen herausgekommen wären.
Zunächst machte ich gute Fortschritte. Bereits zwei Stunden später hatte ich vier handgeschriebene Seiten verfasst. Den Aschenbecher hatte ich zu dieser Zeit erst einmal ausgeleert.
Dann legte ich eine kurze Pause zum Kaffeekochen ein.
Während der braune Sirup durch den Filter sickerte, schaute ich mir den Hof vor dem Küchenfenster an. Regen troff von frisch begrünten Zweigen. Hin und wieder fand auch ein Tropfen den Weg gegen die Fensterscheibe. Am Himmel zeigte sich dasselbe Grau der letzten drei Tage.
Na, da verpasste ich wenigstens nichts, wenn ich nicht hinter dem Schreibtisch vorkam. Zwar ist Mistwetter zu keiner Zeit eine tolle Sache, aber wenn man sowieso arbeiten muss, stößt einen praller Sonnenschein nur noch tiefer ins eigene Jammertal.
Als die Kanne durchgelaufen war, ging ich wieder in mein Zimmer zurück. Auch die nächsten beiden Stunden lief soweit alles gut. Dann ging ich zur nächsten Phase über. Ich beschloss, das Ganze am Computer abzutippen, um zu schauen, wie nah ich der angepeilten Seitenzahl schon gekommen war.
Nun hasse ich eigentlich graue, summende Kästen, von denen ich nie weiß, was sie eigentlich tun. Außerdem finde ich, dass sie einen Raum ungemütlich machen. Trotzdem habe ich mir vor zwei Wochen so ein Ding gekauft. Ging wegen des Studiums nicht anders. Mittlerweile muss ich zugeben, dass Technik ziemlich praktisch sein kann – aber deshalb muss ich sie noch lange nicht mögen!
Die anfängliche Neugier hatte jedenfalls nach den ersten entnervten Stunden gescheiterter Installationsversuche und Fluchtiraden einen empfindlichen Dämpfer erhalten.
Ich tippte also eine Weile vor mich hin und musste wieder einmal betrübt feststellen, wie schnell handgeschriebene Seiten auf dem Bildschirm zusammenschrumpfen. Plötzlich war das Programmfenster weg.
Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gelernt, was es mit dem Zwischenspeichern auf sich hatte. Also hatte ich nur eine halbe Seite verloren. Trotzdem. Leichter Frust machte sich breit. Mistding.
Ich klickte auf das Symbol, öffnete meine Hausarbeit erneut und fing wieder mit dem Tippen an. Fünf Minuten später ging der Monitor aus.
Der erste Faustschlag ließ die Tischplatte erzittern. Zielloses Rumdrücken auf irgendwelchen Knöpfen brachte nichts. Auch drohendes Knurren nicht. Aber ich riss mich zusammen. Lehnte mich zurück und musterte den Widerspenstigen. Hoffnung keimte in mir. Computer waren logisch. Kannten nur Nullen und Einsen. Also musste es für dieses Problem eine ganz einfache Lösung geben. Ich drückte den Ausschalter und zählte in Gedanken bis Zehn. Dann startete ich ihn wieder.
Der Monitor ging an und Windows lief hoch. Gratulierte mir kurz dazu, mit welch ruhiger Überlegenheit ich die Krise gemeistert hatte. Computer sind eben doch nur Werkzeug. Von einem Hammer lässt man sich ja auch nicht hinters Licht führen.
Schenkte mir noch schnell frischen Kaffee ein und machte mich dann wieder ans Werk. Den Inhalt der verlorenen halben Seite hatte ich schnell wieder hergestellt. Als das erste Kapitel fertig war, beschloss ich, einen Ausdruck zu machen. Zur Sicherheit. Schnell fügte ich noch Seitenzahlen und Fußzeilen hinzu, damit das Ganze auch ordentlich aussah.
Dann schickte ich den Druckauftrag ab. Nichts passierte.

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Das Schimmelrequiem

André Ziegenmeyer liest „Das Schimmelrequiem“

Das Schimmelrequiem

Es war einmal ein Schimmelpilz,
der liebte meinen Küchenfilz.
Im Kühlschrank tief, im Herd ganz vorn
war er ganz fabelhaft in Form.

Ich hegte ihn bald Jahr um Jahr,
ein treuer Freund er lang schon war,
und litten wir auch manche Not,
geteilt ward brüderlich das Brot.

Bis eine Frau ich endlich traf –
sogleich sie ihre Netze warf,
mich vollends darin zu verstricken –
der Teufel selbst in ihren Blicken.

Des Pilzes Ende war nicht weit,
denn Frauen lieben Reinlichkeit
und wollte ich sie ganz erringen,
musst ich den Gammel niederzwingen.

Der Abend selbst war ein Debakel,
Zur Wonne kam so mancher Makel;
Sie wollt die Welt zu Füßen haben,
an einem Mann von Welt sich laben.

So steh ich einsam und beschämt,
voll Leid und Kummer, ganz vergrämt.
Das Weib ist fort, mein Herz ist schwer,
mir bleibt nicht mal der Schimmel mehr.