„Der Traum vom Fliegen“

Michael Ende ist ja eher für „Momo“ und die „Unendliche Geschichte“ bekannt. Er hat aber auch ganz zauberhafte Gedichte geschrieben. Eines davon habe ich gestern Abend eingesprochen. Ich hoffe, ich habe mich der Vorlage als würdig erwiesen.

Däumelinchen

Ich habe mal wieder als Sprecher bei einem Hörspiel mitgewirkt. Und es hat sehr viel Spaß gemacht! 🙂

Vielen Dank an alle Kollegen, allen voran an Jan Lindner und die Hörmeisterei!

Die Sage von der Rosstrappe

Weil neulich mal Walpurgis war, habe ich mich an einer Sage aus dem Harz versucht. Der Text ist weitgehend original in einer Fassung aus dem Jahr 1800.

Die kleine Justitia

Unsere Tochter Mathilda hat begonnen, das Gerichtswesen zu revolutionieren. Wenn wir uns streiten und uns nicht einigen können, wer Recht hat, löst die Fünfjährige das mit einem Abzählreim: „Ene mene muh und Recht hast du.“ Wenn wir uns dann immer noch nicht einig sind, geht es in die Revision: „Recht hast du noch lange nicht, sag mir erst, wie alt du bist.“ Schwups, können wir uns wieder vertragen und jeder bekommt zur Versöhnung einen Keks.

Ich höre in letzter Zeit oft, wie viel Gerichte und Staatsanwälte zu tun haben, dass sich die Akten bei ihnen stapeln. Daher wäre ich bereit, Lizenzen für unser System zu verkaufen. Okay, spätestens beim Europäischen Gerichtshof braucht es wahrscheinlich kompliziertere Abzählreime. Schon allein, um für Abwechslung zu sorgen. Allgemein weiß ich nicht, wie praxistauglich unser Modell ist. Die Juristerei kann ziemlich knifflig sein. Aber so lange man sich lieb hat und immer nur kleine Schlingeleien ausheckt, geht es eigentlich.

Der Neue

Der Neue.
Der Neue.
Das Ehrenspalier der anderen Häschen.
Das Ehrenspalier der anderen Hasen.

Wir haben eine schreckliche Entdeckung gemacht. Gestern Abend waren unsere Tochter Mathilda und ich unterwegs, um beim Imker Honig zu kaufen. Nebenher wollten wir die örtliche Weihnachtsbeleuchtung bestaunen. Es war nachmittags, neblig und wurde bereits dunkel. Wenige Meter von unserem Haus entfernt, blieb das Kind plötzlich stehen und deutete nach vorn. Über einem Geländer hing ein kleines Häschen. Aus Plüsch. Im fahlen Licht einer Straßenlaterne bildete es ein Sinnbild der Verlassenheit.

„Papa, das müssen wir retten. Sofort“, erklärte Mathilda.Meine Antwort verriet, dass ich schon viel zu lange erwachsen bin. „Aber das hängt da doch gut. Wenn der Besitzer vorbeikommt, wird er es sofort sehen und mitnehmen.“Das Kind erbleichte. Ich bekam das Gefühl, etwas gesagt zu haben, das unverzüglich vor den internationalen Strafgerichtshof gehörte.

„Aber Papa! Es ist kalt, dunkel und sein Fell wird vom Nebel schon ganz nass.“

Gehorsam hob ich das Hasenkind auf und trug es vorsichtig nach Hause. Dort unterzog es Mathilda einer gründlichen Behandlung. Um sich aufzuwärmen, durfte das Plüschtier zunächst auf der Heizung Platz nehmen. Anschließend folgte eine ärztliche Untersuchung. Zur Sicherheit verabreichte unsere Tochter dem Plüschtier eine Spritze, „die alle Bakterien aufsaugt“. Der medizinische Fortschritt in Kinderzimmern fasziniert mich immer wieder.

Zur Stärkung bereitete Mathilda eine vitaminreiche Mahlzeit zu. Unterdessen stellten sich die übrigen Plüschhasen auf dem Teppich zum Ehrenspalier auf, um den Neuen zu begrüßen. Ursprünglich war auch noch ein Bad nebst Wellness-Behandlung geplant. Das wurde jedoch zugunsten des Sandmännchens vertagt.

Nebenher lief im Elternnetzwerk die Suche nach der ursprünglichen Hasenmama. Es handelte sich um ein kleines Mädchen, das ebenfalls die Dorf-Kita besucht. Schon am nächsten Morgen konnte es seinen Plüschfreund wieder in die Arme schließen. Mit Sicherheit wird sich das Häschen gefreut haben, nach Hause zurückzukehren. Aber sollte es ein Online-Portal geben, auf dem Findelkinder ihre Erfahrungen bewerten können, erhält Mathilda mit Sicherheit fünf Sterne und die Ehrennadel in Plüsch.

Mal etwas Gutes tun

Damit kleine Menschen mit Büchern groß werden, habe ich heute ein Geschenk überreicht. In der Kita bei uns im Ort findet bald ein Lieblingsbücher-Projekt statt. Dabei können die Kinder das Buch mitnehmen und vorstellen, das ihnen besonders am Herzen liegt. Auch wenn sie selbst noch nicht lesen können, sollen sie die Geschichte vorstellen und den anderen erklären, was sie daran toll finden.

Die Kita hatte sich noch einen Lesesessel gewünscht, in dem die Jungen und Mädchen dabei Platz nehmen können. Praktischerweise ist gerade mein Honorar vom Couch ’n‘ Sofa-Online-Festival eingetroffen. Das habe ich dann gespendet und mit Mathilda einen solchen Sessel besorgt.